22.06.2020

Immunsystem stärken

Arzt und Heilpraktiker Dr. Kurt Mosetter, wissenschaftlicher Beirat von INJOY, gibt einfach umsetzbare Tipps, wie Sie Ihr Immunsystem gegenüber ungebetenen Gästen stärken können.
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Unser Körper kann mit Viren leben, beispielsweise gibt es im Darm hundertmal mehr Viren, als der ganze Körper Zellen hat. Um uns gegen Influenza-Viren und Corona-Viren zu schützen, müssen wir also die biologische körpereigene Immunabwehr stärken. Unser Immunsystemhat tolle Tools, mit denen es so einen Virus in den Griff bekommen kann: z.B. weiße Blutkörperchen, T-Killer-Zellen und ganz viele Hormone, die Viren zielgerichtet killen.


Die Macht der Muskeln

Regelmäßiges Fitnesstraining setzt verschiedene immunprotektive Prozesse in Gang, die vor Erregern schützen. Auch das Risiko für sogenannte innere Entzündungsprozesse wird verringert. Besonders wichtig ist das Training der Muskulatur: Denn wer seine Muskeln stärkt, trainiert auch die sogenannten Myokine. Diese Muskelhormone sind Alleskönner im Organismus: Sie füttern das Immunsystem und machen die Lymphozyten, die Fresszellen, scharf. Das gilt allerdings nur für ein Training in Maßen. Übertreibt man es, indem man z.B. einen Marathon zu schnell rennt, schwächt das den Körper. Andererseits muss das Training auch eine gewisse Reizschwelle überschreiten. Ohne etwas Anstrengung und Schwitzen geht es also nicht.


Natural Eating

Die Fernsteuerung des Immunsystems befindet sich tatsächlich im Darm. Wenn dieser zu sehr belastet und so in seinen Funktionen sabotiert wird oder er sich entzündet, kommt das Immunsystem nicht richtig in Tritt. Seine Maschinerie, sozusagen das Nachschublager für immunkompetente Zellen, ist dann zu langsam. Lahmt das Immunsystem, gewinnt das Virus die Oberhand. Deshalb heißt die Strategie „Natural Eating“ – natürliche
Ernährung: viel Ballaststoffe, das heißt langkettige Kohlenhydrate wie Amaranth, Quinoa, Buchweizen, Hirse, schwarzer und roter Reis, aber auch Kichererbsen, Linsen und Beeren. Machen Sie es wie die Sherpas oder die Shaolin-Kung-Fu-Mönche: Diese stärken sich vorwiegend mit Linsensuppe, dazu viel Grünzeug. Der Darm verwertet diese Kohlenhydrate und bringt so antientzündliche, immunkompetente Zellen ins Spiel.
Das Immunsystem braucht Treibstoff, also Energie, um arbeiten zu können, etwa in Form von Nüssen, wertvollen Fetten und Omega-Fettsäuren. Je besser der Energiehaushalt, umso besser die körpereigene Abwehr. Zu viel Süßes, zu viel Zucker, zu viele Schadstoffe und Schwermetalle können das Immunsystem täuschen und stören. So wie der Zucker an den roten Blutkörperchen karamellisiert, messbar über den Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c, so karamellisieren und verkleben auch die Antennen und Messfühler der Immunzellen. Arbeitet es nicht richtig, funktioniert auch die Verteidigung nicht.


Schlüsselhormon Vitamin D

Was unser Immunsystem besonders scharf stellt, ist der sogenannte Vitamin-D-Rezeptor, der in allen Zellen sitzt. Er kann unter anderem die Fress- und Killerzellen aktivieren und extra die Produktion von Botenstoffen ankurbeln, die Viren killen. Vitamin D ist ein Schlüsselhormon, dessen Wirkung detailgenau erforscht ist. Viele Menschen haben jedoch einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Diesen kann man einfach messen lassen – und wenn er zu niedrig ist, allenfalls supplementieren. Mit wenigen Tropfen Vitamin D kann man dem Immunsystem viel Gutes tun, vor allem, wenn die Sonneneinstrahlung gering ist.
Um die Vitamin-D-Produktion anzukurbeln, solltest du Folgendes wissen: Im Körper gibt es Immunglobuline, also Proteine, die nur für das Immunsystem arbeiten. Für diese kleinen Eiweiße – diese Antikörper – ist ein Proteinmangel eine Superkatastrophe. Das heißt, du brauchst Aminosäuren, die in Fleisch, Fisch und Eiern, aber auch in Linsen, Erbsen und Bohnen enthalten sind. Bei einem Mangel an diesen Aminosäuren geht der Energiehaushalt in die Knie und das Immunsystem schaltet auf „Slow Mode“.


Stress vermeiden, Entspannung zulassen

Ein geschicktes Stressmanagement und ein erholsamer Schlaf sind wichtig. Denn Regeneration und Reparatur passieren in der Nacht und ein starkes Immunsystem reift im Schlaf. Wer nur Stress hat, und keine Erholung, gerät ins Hintertreffen. Um aus der Stresskaskade auszusteigen, braucht es daher Pausen. Gerade in Zeiten, in denen alle krank werden, lohnt es sich, mit dem Leben noch ein bisschen bewusster umzugehen.
Ganzheitliches Training im INJOY
Dr. med. Kurt Mosetter ist wissenschaftlicher Beirat von INJOY und hat gemeinsam mit weiteren Experten das INJOY Trainingsprogramm ausgearbeitet. INJOY bietet damit ein wissenschaftlich fundiertes und ganzheitliches Konzept aus Ernährungsberatung, Trainingssteuerung und Psychohygiene. INJOY stellt die besondere Bedeutung einer qualifizierten Betreuung durch das Gütezeichen „WQM“ (wissenschaftlich qualifiziertes Muskeltraining) dar.

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